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Sport

Die häufigsten Verletzungen in der Leichtathletik

Bild eines verletzten Leichtathletik Sprinters

Wer sprintet, läuft, springt oder wirft, belastet Muskeln, Sehnen und Gelenke oft bis an die Grenze. Verletzungen in der Leichtathletik betreffen deshalb den Breitensport ebenso wie den Spitzensport. Viele davon haben typische Ursachen und kündigen sich früh an. Dieser Überblick zeigt pro Disziplin, woran Sie die häufigsten Sportverletzungen in der Leichtathletik erkennen, was Sie sofort tun können und wie Sie vorbeugen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.

Welche Verletzungen sind in der Leichtathletik am häufigsten?

Jede Disziplin belastet den Körper anders: Beim Sprint steht die Oberschenkelmuskulatur unter Höchstspannung, beim Laufen summieren sich Tausende Schritte, beim Springen sind Sprunggelenk und Knie gefordert, beim Werfen Schulter und Ellbogen.

Grob unterscheidet man akute Verletzungen wie einen Muskelfaserriss oder das Umknicken von Überlastungsbeschwerden, die sich schleichend entwickeln. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist eine frühere, nicht vollständig ausgeheilte Verletzung.

Was tun bei einer akuten Verletzung?

Brechen Sie das Training sofort ab und wenden Sie die PECH-Regel an:

  • Pause: nicht weitertrainieren und die verletzte Stelle schonen.
  • Eis: kurz und mit Pausen kühlen, Eis nie direkt auf die Haut legen. Kühlen lindert vor allem den Schmerz.
  • Compression: mit einer elastischen Binde leichten Druck ausüben. Bei Kribbeln, Taubheit oder Verfärbung sofort lockern.
  • Hochlagern: den verletzten Körperteil möglichst über Herzhöhe lagern.

Sprint: Wie entsteht ein Muskelfaserriss im Oberschenkel?

Die typische Sprintverletzung ist der Muskelfaserriss an der Oberschenkelrückseite. Diese Muskeln bremsen kurz vor dem Fussaufsatz das nach vorne schwingende Bein ab und stehen dabei unter enormer Spannung. Je nach Ausmass spricht man von einer Zerrung, einem Muskelfaserriss oder einem Muskelbündelriss.

  • Ursache: eine frühere Verletzung desselben Muskels, Ermüdung, ungenügendes Aufwärmen, zu wenig Kraft an der Oberschenkelrückseite und eine zu rasche Steigerung der Sprintintensität.
  • Warnzeichen: plötzlicher, stechender Schmerz mitten im Lauf, oft wie ein Messerstich. Weiterlaufen ist kaum möglich, später folgen Druckschmerz und manchmal ein Bluterguss. Vorboten können ein zunehmendes Ziehen oder eine Verhärtung sein.
  • Erste Massnahmen: PECH-Regel; in den ersten Tagen die Stelle weder dehnen noch massieren oder wärmen. Ein Knall, ein grosser Bluterguss oder Schmerzen direkt am Gesäss sollten rasch ärztlich abgeklärt werden, da ein Sehnenabriss möglich ist.
  • Prävention: Aufwärmen mit Lauf-ABC und Steigerungsläufen, gezieltes Krafttraining der Oberschenkelrückseite (etwa die Übung «Nordic Hamstrings») und genügend Erholung zwischen schnellen Einheiten. Eine Kompressionsbandage am Oberschenkel kann im Training ein Gefühl von Halt geben.

Lauf: Welche Überlastungen treffen Läuferinnen und Läufer am häufigsten?

Auf Mittel- und Langstrecken entstehen Beschwerden meist schleichend, weil die Belastung schneller steigt, als sich Sehnen und Knochen anpassen können.

Was steckt hinter dem Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom (englisch «Shin Splints») verursacht Schmerzen an der Innenkante des Schienbeins, meist im unteren und mittleren Bereich und über mehrere Zentimeter verteilt. Vermutlich steckt eine Überlastung von Knochenhaut und Knochen dahinter; ganz geklärt ist das nicht.

  • Ursache: zu rasche Steigerung von Umfang oder Tempo, abgelaufene oder unpassende Schuhe, eine schwache Waden- und Fussmuskulatur sowie Fussfehlstellungen wie ein ausgeprägter Knick-Senkfuss. Frauen und Personen, die neu mit dem Laufen beginnen, sind häufiger betroffen.
  • Warnzeichen: dumpfer, ziehender Schmerz zu Beginn des Laufs, der beim Einlaufen zunächst nachlässt. Ohne Anpassung hält er länger an und tritt auch im Alltag auf. Achtung: Ein punktgenauer Druckschmerz am Knochen oder Schmerzen in Ruhe und nachts können auf einen Ermüdungsbruch hinweisen.
  • Erste Massnahmen: Laufumfang deutlich reduzieren oder pausieren, vorübergehend auf Schwimmen, Velofahren oder Aquajogging ausweichen und danach schrittweise wieder einsteigen.
  • Prävention: Umfang langsam steigern, Laufschuhe rechtzeitig ersetzen, Waden und Füsse kräftigen. Bei Fussfehlstellungen können Sporteinlagen den Fuss stützen und die Belastung gleichmässiger verteilen.
Bild einer Sporteinlage

Wie erkennen Sie Beschwerden an der Achillessehne?

Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie ist die kräftigste Sehne des Körpers und trotzdem bei Läuferinnen und Läufern oft überlastet. Fachleute sprechen dann von einer Achillessehnentendinopathie.

  • Ursache: mehr Tempo, Umfang, Bergläufe oder Intervalle innert kurzer Zeit, eine wenig belastbare Wadenmuskulatur und der Wechsel auf Spikes oder flache Wettkampfschuhe, die die Sehne stärker beanspruchen.
  • Warnzeichen: Steifheit und Schmerz an der Ferse oder einige Zentimeter darüber, typischerweise morgens und zu Beginn der Belastung. Die Sehne kann verdickt und druckempfindlich sein. Achtung: Ein plötzlicher Schmerz wie ein Tritt gegen die Wade, oft mit einem Knall, kann auf einen Riss hinweisen. Gehen Sie dann umgehend zur Ärztin, zum Arzt oder in die Notfallstation.
  • Erste Massnahmen: auf Sprünge, Bergläufe und Intervalle verzichten. Völlige Ruhe ist meist nicht nötig: Sehnen brauchen eine dosierte, möglichst schmerzarme Belastung, idealerweise nach Anleitung aus der Physiotherapie. Eine Fersenerhöhung im Schuh kann die Sehne vorübergehend entlasten.
  • Prävention: Wadenkraft aufbauen (etwa mit langsamen Fersenhebern), das Training schrittweise steigern und sich behutsam an Spikes gewöhnen. Eine Achillessehnenbandage kann die Sehne mit leichter Kompression unterstützen.
Bauerfeind AchilloTrain

Sprung: Welche Verletzungen drohen beim Springen?

Beim Weit-, Drei-, Hoch- und Stabhochsprung wirkt bei Absprung und Landung ein Vielfaches des Körpergewichts auf Fuss und Knie. Auch im Hürdenlauf sind die Sprunggelenke stark gefordert.

Wie schützen Sie das Sprunggelenk vor dem Umknicken?

Das Umknicken gehört zu den häufigsten akuten Sportverletzungen in der Leichtathletik. Meist kippt der Fuss über die Aussenkante, dabei werden die Aussenbänder überdehnt oder reissen ein.

  • Ursache: unsaubere Landungen, Fehltritte beim Absprung oder an der Hürde, Ermüdung und eine geringe Fussstabilität. Wer schon einmal umgeknickt ist, knickt deutlich häufiger erneut um.
  • Warnzeichen: plötzlicher Schmerz, rasche Schwellung, später ein Bluterguss und Schmerzen beim Auftreten. Wiederholtes Umknicken oder ein Wegknickgefühl deuten auf ein instabiles Gelenk hin.
  • Erste Massnahmen: PECH-Regel. Lassen Sie den Fuss ärztlich untersuchen, wenn Sie keine vier Schritte gehen können oder der Knochen am Knöchel auf Druck schmerzt, damit ein Bruch ausgeschlossen werden kann. Nach den ersten Tagen gilt frühe, schmerzangepasste Bewegung mit Physiotherapie heute meist als besser als eine lange Ruhigstellung.
  • Prävention: Gleichgewichtstraining, etwa Einbeinstand auf einem Wackelkissen, kräftige Unterschenkelmuskeln und gut sitzende Schuhe. Nach einer früheren Verletzung kann eine stabilisierende Sprunggelenkbandage im Training und Wettkampf zusätzlichen Halt geben.

Was hilft bei Schmerzen an der Patellasehne?

Beim «Springerknie» ist die Patellasehne betroffen, die von der Kniescheibe zum Schienbein zieht. Die Schmerzen sitzen typischerweise direkt am unteren Rand der Kniescheibe.

  • Ursache: viele Absprünge und Landungen in kurzer Zeit, zu wenig Erholung sowie eine schwache oder wenig bewegliche Oberschenkel- und Gesässmuskulatur.
  • Warnzeichen: Schmerz beim Springen, Landen, in der Hocke oder beim Treppabgehen. Anfangs verschwindet er nach dem Aufwärmen, später bleibt er während des ganzen Trainings bestehen.
  • Erste Massnahmen: Sprungumfang reduzieren und schmerzhafte Übungen weglassen. Wie bei der Achillessehne ist ein dosiertes Krafttraining nach physiotherapeutischer Anleitung meist sinnvoller als völlige Ruhe.
  • Prävention: Oberschenkel und Gesäss kräftigen, eine saubere Landetechnik üben und zwischen intensiven Sprungeinheiten genügend Pause einplanen. Ein Patellasehnenband übt leichten Druck unterhalb der Kniescheibe aus, was viele Sportlerinnen und Sportler bei Belastung als entlastend empfinden.

Wurf: Warum sind Schulter und Ellbogen so oft betroffen?

Beim Speer-, Diskus- und Hammerwerfen sowie beim Kugelstossen wird die Kraft von den Beinen über den Rumpf in den Arm übertragen. Stimmt diese Kette nicht, landet ein grösserer Teil der Belastung bei Schulter und Ellbogen. Durch die Drehungen beim Diskus- und Hammerwurf ist zudem der untere Rücken stark gefordert.

  • Ursache: viele Würfe in kurzer Zeit, einseitige Belastung, eine schwache Schulter- und Rumpfmuskulatur sowie Technikfehler. Beim Speerwurf steht besonders die Innenseite des Ellbogens mit Seitenband und Sehnenansätzen unter starkem Zug.
  • Warnzeichen: ziehende oder stechende Schulterschmerzen beim Ausholen oder Abwurf, nachlassende Kraft oder ein Einklemmgefühl. Am Ellbogen meist Schmerzen an der Innenseite, manchmal mit Kribbeln bis in den Ring- und kleinen Finger.
  • Erste Massnahmen: Wurfbelastung reduzieren oder pausieren und bei Bedarf kühlen. Kraftverlust, Kribbeln oder das Gefühl, dass die Schulter «herausspringt», sollten ärztlich abgeklärt werden.
  • Prävention: Schultermuskulatur und Rumpf gezielt kräftigen, die Schulter sorgfältig aufwärmen, die Zahl der Würfe pro Einheit begrenzen und die Technik regelmässig von der Trainerin oder dem Trainer prüfen lassen. Eine Ellbogenbandage kann den Ellbogen bei Belastung unterstützen.
Ellenbogenbandage für Leichtathletik

Wann sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Leichte Beschwerden klingen mit Schonung oft innert weniger Tage ab. Lassen Sie sich jedoch untersuchen, wenn:

  • der Schmerz plötzlich und stark einsetzt oder Sie Bein, Fuss oder Arm nicht normal belasten können,
  • ein Knall zu hören war oder eine starke Schwellung, ein grosser Bluterguss oder eine Fehlstellung sichtbar ist,
  • Schmerzen in Ruhe, nachts oder punktgenau am Knochen auftreten,
  • Beschwerden nach einigen Tagen Schonung nicht deutlich besser werden oder immer wiederkehren,
  • Taubheit, Kribbeln oder ein Instabilitätsgefühl im Gelenk auftreten,
  • Kinder und Jugendliche im Wachstum über Schmerzen an Ferse oder Knie klagen, da hier die Wachstumszonen der Knochen betroffen sein können.

Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, bei Sportverletzungen auch eine sportmedizinische Praxis.

Zur Kostenfrage: Akute Verletzungen wie ein Bänderriss oder ein Muskelriss gelten in der Schweiz oft als Unfall. Wer mindestens acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber angestellt ist, ist dafür über dessen Unfallversicherung gedeckt, alle anderen über die Unfalldeckung der Krankenkasse. Überlastungsbeschwerden laufen in der Regel über die Krankenkasse. Melden Sie einen Sportunfall rasch und klären Sie die Kostenübernahme, etwa für Physiotherapie oder Hilfsmittel, direkt mit Ihrer Versicherung ab.

Wie können Sie Verletzungen in der Leichtathletik vorbeugen?

Unabhängig von der Disziplin helfen einige Grundregeln:

  • Aufwärmen: 10 bis 15 Minuten lockeres Laufen, Lauf-ABC und Mobilisation bereiten den Körper auf schnelle Bewegungen vor.
  • Belastung langsam steigern: Viele Überlastungen entstehen, wenn Umfang, Tempo oder Sprungzahl plötzlich zunehmen, etwa zu Saisonbeginn.
  • Kraft aufbauen: Eine kräftige Rumpf-, Hüft-, Bein- und Fussmuskulatur entlastet Sehnen und Gelenke.
  • Erholung einplanen: Schlaf, Ruhetage und genügend Energie aus der Ernährung gehören zum Training. Wer dauerhaft zu wenig Energie aufnimmt, riskiert unter anderem Ermüdungsbrüche.
  • Passendes Material: Schuhe sollten zu Disziplin und Fuss passen und rechtzeitig ersetzt werden.
  • Verletzungen ausheilen lassen: Steigen Sie erst wieder voll ein, wenn Sie schmerzfrei sind und Kraft und Beweglichkeit zurückgekehrt sind.

Bandagen können diese Massnahmen ergänzen: Sie geben Halt und vermitteln vielen Sportlerinnen und Sportlern mehr Sicherheit. Aufwärmen, Kraftaufbau und Erholung ersetzen sie aber nicht.

Bandagen für Training und Wettkampf

In unserem Sortiment finden Sie Sportbandagen für Sprunggelenk, Knie, Achillessehne, Ellbogen und Schulter. Sie stabilisieren und entlasten Gelenke und Sehnen bei sportlicher Belastung.

Zu den Sportbandagen

Fazit

Die häufigsten Verletzungen in der Leichtathletik haben meist erkennbare Ursachen: frühere Verletzungen, zu schnelle Trainingssteigerungen, fehlende Kraft und zu wenig Erholung. Mit sorgfältigem Aufwärmen, gezieltem Kraftaufbau und einer schrittweisen Steigerung senken Sie Ihr Risiko. Nehmen Sie Warnzeichen ernst, lassen Sie starke oder anhaltende Beschwerden abklären und steigen Sie nach einer Verletzung erst wieder voll ein, wenn Sie schmerzfrei sind. Bandagen und Einlagen können dabei unterstützen und entlasten, ersetzen aber weder Training noch ärztlichen Rat.