Zum Inhalt springen

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer

Fuss

Runner's Toe: schwarzer Zehennagel beim Laufen

Nach einem langen Lauf oder einem steilen Abstieg ist der grosse Zeh plötzlich blau oder schwarz verfärbt. Meist steckt ein Runner's Toe dahinter: ein Bluterguss unter dem Zehennagel, der durch Druck im Schuh entsteht. Ein schwarzer Zehennagel beim Laufen oder ein blauer Zehennagel beim Joggen sieht beunruhigend aus, ist in den meisten Fällen aber harmlos. Hier lesen Sie, wie er entsteht, wann Sie ihn ärztlich abklären lassen sollten und wie Sie vorbeugen können.

Was ist ein Runner's Toe?

Ein Runner's Toe ist ein Bluterguss unter dem Zehennagel. Fachleute sprechen von einem subungualen Hämatom. Er entsteht, wenn Druck oder Stösse kleine Blutgefässe im Nagelbett verletzen, also in der Haut direkt unter dem Nagel. Da der Nagel wie ein Deckel darüberliegt, kann das Blut nicht abfliessen und sammelt sich an.

Frisch wirkt der Bluterguss rot bis violett, später dunkelbraun bis schwarz. Betroffen ist meist die längste Zehe. Das ist oft der grosse Zeh, bei manchen Menschen aber der zweite. Auch beim Wandern, im Fussball oder im Tennis kommt ein blauer Nagel häufig vor.

Wie entsteht ein schwarzer Zehennagel beim Laufen?

Auslöser ist fast immer wiederholter Druck auf die Zehenspitze. Einzeln sind die kleinen Stösse gegen den Schuh harmlos, über viele Kilometer summieren sie sich. Diese Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Zu kleine Schuhe: Die Zehen stossen bei jedem Schritt vorne an.
  • Zu weite oder zu locker geschnürte Schuhe: Der Fuss rutscht nach vorne gegen die Schuhspitze.
  • Eine flache Schuhspitze: Ist im Zehenbereich zu wenig Raum nach oben, drückt das Obermaterial auf den Nagel.
  • Bergablaufen: Im Gefälle schiebt sich der Fuss nach vorne, etwa bei langen Abstiegen im Trailrunning oder beim Wandern.
  • Lange Distanzen: Die Füsse schwellen an, und der Platz im Schuh wird knapper.
  • Zu lange Nägel: Überstehende Nägel werden direkt gegen die Schuhkappe gedrückt.
  • Zehenfehlstellungen: Bei Hammer- oder Krallenzehen ist die Zehe gekrümmt, sodass der Nagel stärker gegen die Schuhspitze drückt.
  • Feuchte Füsse und rutschende Socken: Sie verstärken Reibung und Spiel im Schuh.

Auch ein einzelner kräftiger Stoss, etwa an einer Treppenstufe, kann einen Bluterguss unter dem Nagel verursachen.

Bild eines Runner Toe

Ist ein Runner's Toe gefährlich?

In der Regel nicht. Der Bluterguss ist unangenehm, heilt aber meist ohne Folgen ab. Die dunkle Farbe wächst mit dem Nagel langsam nach vorne heraus, was Monate dauern kann.

Trotzdem sollten Sie eine dunkle Verfärbung nicht vorschnell abtun, vor allem wenn Sie sich an keinen Stoss und keinen langen Lauf erinnern. Selten steckt ein Melanom dahinter, eine Form von Hautkrebs. Verdächtig sind ein dunkler Längsstreifen im Nagel, eine Verfärbung, die nicht nach vorne wandert, oder eine dunkle Stelle, die auf die Haut neben dem Nagel übergreift. Ein einfacher Tipp: Fotografieren Sie den Nagel und vergleichen Sie das Bild nach einigen Wochen.

Ein wiederholt verletzter Nagel kann sich zudem verdicken und ist anfälliger für Nagelpilz. Alle Gründe für einen Arztbesuch finden Sie im Abschnitt Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin?

Was hilft bei einem blauen oder schwarzen Zehennagel?

Was können Sie selbst tun?

Ein kleiner Bluterguss ohne grosse Schmerzen braucht meist keine Behandlung. Ist der Zeh frisch verletzt und schmerzt, können Sie ihn so entlasten:

  • Kühlen Sie den Zeh mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten. Legen Sie dabei ein Tuch zwischen Kühlpack und Haut.
  • Lagern Sie den Fuss zeitweise hoch.
  • Tragen Sie Schuhe mit viel Platz im Zehenbereich, bis der Druckschmerz nachlässt.
  • Polstern Sie den Nagel mit einem weichen Zehenschutz, um weiteren Druck abzufedern.
  • Bei Schmerzen berät Sie die Apotheke zu einem geeigneten Schmerzmittel.
Beispiel eines Zehenschutzes

Wann wird der Nagel punktiert?

Hat sich viel Blut unter dem Nagel gestaut und pocht der Zeh stark, kann eine Ärztin oder ein Arzt das Blut ablassen. Bei dieser Nageltrepanation wird mit einem sterilen Instrument ein kleines Loch in den Nagel gemacht. Der Eingriff ist meist kaum schmerzhaft, und der Druck lässt oft sofort nach. Am wirksamsten ist er in den ersten 24 bis 48 Stunden, solange das Blut noch nicht geronnen ist. 

Wichtig: Durchbohren Sie den Nagel nicht selbst, zum Beispiel mit einer Nadel oder einer erhitzten Büroklammer. Dabei können Keime unter den Nagel gelangen, und Sie riskieren eine Verletzung des Nagelbetts.

Wer bezahlt die Behandlung?

Ärztliche Behandlungen übernimmt die Grundversicherung Ihrer Krankenkasse, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Beachten Sie dabei die Regeln Ihres Versicherungsmodells, etwa beim Hausarzt- oder Telmed-Modell. Geht der Bluterguss auf einen einzelnen Stoss zurück, kann auch die Unfallversicherung zuständig sein. 

Können Sie mit einem schwarzen Zehennagel weiterlaufen?

Das hängt vor allem von den Beschwerden ab. Ist der Zeh schmerzfrei und sitzt der Nagel fest, spricht meist nichts gegen lockere Läufe. Schmerzt der Zeh, ist er geschwollen oder hat sich der Nagel gelöst, legen Sie eine Pause ein, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Lange Abstiege und schnelle Einheiten verschieben Sie besser, bis der Zeh wieder belastbar ist.

Prüfen Sie vor dem Wiedereinstieg Schuhe, Socken und Schnürung, sonst kehrt der blaue Nagel oft zurück.

Was passiert, wenn der Zehennagel abfällt?

Reicht der Bluterguss unter einen grossen Teil des Nagels, löst sich der Nagel häufig nach einigen Wochen bis Monaten. Darunter wächst bereits ein neuer Nagel nach. Das braucht Geduld: Bis ein grosser Zehennagel vollständig nachgewachsen ist, vergeht oft ein Jahr oder mehr.

Für diese Zeit gilt:

  • Reissen Sie den Nagel nicht ab. Solange er hält, schützt er das empfindliche Nagelbett.
  • Bleibt ein loser Nagel an der Socke hängen, lassen Sie ihn in der Arztpraxis oder Podologie kürzen oder entfernen.
  • Halten Sie die Stelle sauber und trocken. Ein offenes Nagelbett decken Sie mit einem Pflaster ab.
  • Achten Sie auf Rötung, Schwellung, Wärme oder Eiter. Das sind mögliche Zeichen einer Entzündung.

Der neue Nagel ist anfangs oft dünn und etwas uneben. Wächst er deutlich verformt oder verdickt nach, lassen Sie ihn fachlich beurteilen.

Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin?

Lassen Sie den Zeh ärztlich untersuchen, wenn

  • der Zeh stark pocht und der Druck unter dem Nagel kaum auszuhalten ist,
  • Nagel oder Haut gerötet, geschwollen, warm oder eitrig sind oder Sie Fieber bekommen,
  • Sie den Zeh stark gequetscht haben und ein Knochenbruch möglich ist,
  • die dunkle Stelle ohne erkennbaren Grund entstanden ist, als Längsstreifen erscheint, nicht nach vorne wächst oder auf die Haut übergreift,
  • Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem haben,
  • der Nagel nicht abheilt oder deutlich verformt nachwächst.

Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Die Apotheke hilft bei Fragen zur Erstversorgung und zu Schmerzmitteln, die Podologie bei der Nagelpflege und bei wiederkehrenden Nagelproblemen.

Bild von Läufern

Wie können Sie einem Runner's Toe vorbeugen?

Entscheidend ist, dass der Fuss im Schuh vorne genug Platz hat und gleichzeitig nicht rutscht.

Passt Ihre Laufschuhgrösse?

Zwischen der längsten Zehe und der Schuhspitze sollte im Stehen etwa eine Daumenbreite Platz sein. Auch nach oben brauchen die Zehen Raum. Die Ferse dagegen sollte fest sitzen. Viele Läuferinnen und Läufer brauchen deshalb im Laufschuh eine halbe bis eine ganze Nummer mehr als im Alltagsschuh.

  • Probieren Sie Schuhe am Nachmittag oder Abend an, wenn die Füsse leicht angeschwollen sind.
  • Tragen Sie dabei Ihre üblichen Laufsocken.
  • Richten Sie sich nach dem grösseren Fuss. Bei vielen Menschen ist ein Fuss etwas länger.
  • Gehen Sie, falls möglich, eine schräge Fläche hinunter. Stossen die Zehen vorne an, ist der Schuh zu kurz oder sitzt zu locker.
  • Lassen Sie Ihre Füsse ab und zu im Sportfachgeschäft neu messen, denn sie verändern sich mit den Jahren.

Wie schnüren Sie Ihre Laufschuhe richtig?

Eine gute Schnürung hält die Ferse fest und verhindert, dass der Fuss nach vorne rutscht. Bewährt hat sich die Fersenschnürung, auch Läuferschlaufe oder Heel Lock genannt. Dafür nutzen Sie die oberste, oft unbenutzte Öse: Führen Sie den Schuhbändel auf jeder Seite von aussen durch diese Öse, sodass eine kleine Schlaufe entsteht. Fädeln Sie dann jedes Ende durch die Schlaufe der gegenüberliegenden Seite und ziehen Sie es an.

Schnüren Sie den Mittelfuss gleichmässig, fest genug für guten Halt, aber ohne Druckstellen. Vor einem langen Abstieg lohnt es sich, die Schnürung kurz nachzuziehen.

Welche Laufsocken eignen sich?

Gute Laufsocken sitzen faltenfrei, rutschen nicht und haben im Zehenbereich keine drückenden Nähte. Funktionsfasern leiten Feuchtigkeit besser ab als reine Baumwolle, die sich mit Schweiss vollsaugt. Achten Sie auch auf die Dicke: Sehr dicke Socken machen einen knapp sitzenden Schuh vorne schnell zu eng. Eine gute Auswahl finden Sie in der Kategorie Laufsocken.

Können Schuheinlagen helfen?

Eine passende Einlage kann den Fuss im Schuh stabilisieren. Eine gut geformte Fersenschale und eine Stütze unter dem Fussgewölbe können dazu beitragen, dass der Fuss weniger nach vorne rutscht, vor allem im Gefälle.

Wichtig: Ersetzen Sie die mitgelieferte Einlegesohle des Schuhs durch die neue Einlage, statt beide übereinanderzulegen. Sonst wird es im Schuh enger, und der Druck auf die Zehen nimmt eher zu. Eine Einlage gleicht keinen zu kleinen Schuh aus. Bei Fussfehlstellungen lassen Sie sich am besten fachlich beraten. Geeignete Modelle finden Sie in der Kategorie Schuheinlagen für Laufschuhe.

Currex RunPro® für Laufschuhe

Was bringt ein Zehenschutz?

Wenn Sie zu blauen Nägeln neigen oder ein Nagel bereits empfindlich ist, kann ein Zehenschutz zusätzlich entlasten. Der EPITACT® Sport Zehenschutz für blaue Nägel ist eine dünne Schutzkappe, die über die Zehe gestülpt wird. Sie soll den Druck auf den Nagel verringern und kleine Stösse im Schuh dämpfen. Die Kappe ist für den grossen Zeh sowie den zweiten und dritten Zeh gedacht. Achten Sie darauf, dass der Schuh auch mit Zehenschutz vorne genug Platz bietet.

Wie pflegen Sie Ihre Zehennägel richtig?

  • Schneiden Sie die Nägel gerade und nicht zu kurz. Die Nagelkante sollte etwa mit der Zehenkuppe abschliessen.
  • Runden Sie die Ecken nicht stark ab, das beugt eingewachsenen Nägeln vor. Scharfe Kanten können Sie leicht abfeilen.
  • Kürzen Sie die Nägel einige Tage vor einem Wettkampf, nicht erst am Vorabend. So haben kleine Reizungen Zeit abzuklingen.
  • Kontrollieren Sie Ihre Füsse nach langen Läufen auf Druckstellen und Verfärbungen.
  • Lassen Sie verdickte, eingewachsene oder auffällig verfärbte Nägel in der Podologie anschauen.

Fazit

Ein Runner's Toe ist ein Bluterguss unter dem Zehennagel, ausgelöst durch wiederholten Druck im Schuh: vor allem bei zu wenig Platz, zu wenig Halt und beim Bergablaufen. Meist heilt er von selbst ab, auch wenn sich der Nagel lösen kann. Starke Schmerzen, Entzündungszeichen oder eine Verfärbung ohne erkennbaren Auslöser sollten Sie ärztlich abklären lassen.

Am meisten bringen ein Laufschuh mit genug Raum für die Zehen und festem Fersensitz, eine gute Schnürung, passende Laufsocken und kurze Nägel. Einlagen und ein Zehenschutz können zusätzlich entlasten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Mehr Halt und Schutz für Ihre Zehen

Diese Produkte können Ihre Zehen beim Laufen entlasten: