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Fuss

Knöchel verstaucht beim Tennis und Badminton

Tennis Spielerin mit verstauchtem Knöchel

Ein schneller Antritt zum Netz, ein abrupter Stopp auf dem Hartplatz, eine unglückliche Landung nach dem Smash, und der Fuss knickt um. Ein verstauchter Knöchel gehört beim Tennis und Badminton zu den häufigsten akuten Verletzungen. Haben Sie sich beim Tennis den Knöchel verstaucht oder beim Badminton das Sprunggelenk verletzt, stellen sich meist zwei Fragen: Wie ernst ist die Verletzung, und wann können Sie wieder spielen? Dieser Beitrag zeigt, warum das Umknicken beim Tennis und Badminton so häufig vorkommt, welche Rolle der Schuh spielt und wie Sie Schritt für Schritt auf den Platz zurückkehren.

Warum knickt der Fuss beim Tennis und Badminton so oft um?

Beide Sportarten verlangen ständig seitliche Bewegungen. Sie starten, bremsen und wechseln die Richtung, oft innerhalb von Sekundenbruchteilen. Setzt der Fuss dabei nicht gerade auf, kann er über die Aussenkante wegkippen. Die Fusssohle dreht sich dabei nach innen. Fachleute sprechen von einem Supinationstrauma.

Typische Situationen sind:

  • Abrupte Stopps: Auf Hartplatz und Hallenboden haftet die Sohle stark. Der Schuh bleibt stehen, der Körper bewegt sich weiter, und das Sprunggelenk muss diese Kräfte abfangen.
  • Seitliche Ausfallschritte: Um einen weiten Ball zu erreichen, setzen Sie den Fuss oft schräg oder auf der Aussenkante auf.
  • Landung nach dem Sprung: Nach einem Smash landen Sie nicht immer stabil. Wer auf einem Bein oder in der Rückwärtsbewegung landet, steht unsicherer.
  • Hindernisse am Boden: Auf einen herumliegenden Ball zu treten, ist eine klassische Ursache. Im Doppel kommt es zudem vor, dass Sie auf dem Fuss Ihrer Partnerin oder Ihres Partners landen.
  • Müdigkeit: Gegen Ende eines langen Spiels reagieren die Muskeln langsamer, Fehltritte werden wahrscheinlicher.

Beim Umknicken werden die Bänder an der Aussenseite des Sprunggelenks überdehnt. Bei stärkeren Verletzungen reissen sie teilweise oder ganz. Am häufigsten ist das vordere Aussenband betroffen. Bänder verbinden die Knochen und halten das Gelenk stabil. Zudem enthalten sie feine Sensoren, die dem Körper melden, wie der Fuss steht. Nach einer Verletzung arbeitet dieses «Frühwarnsystem» oft schlechter. Deshalb gilt eine frühere Verstauchung als einer der wichtigsten Risikofaktoren für erneutes Umknicken.

Mann springt beim Badminton hoch

Was ist beim Tennis und Badminton anders als beim Fussball?

Auch im Fussball ist der verstauchte Knöchel eine typische Verletzung, die Ursachen unterscheiden sich aber. Beim Fussball entsteht ein grosser Teil der Verletzungen im Zweikampf: durch Tritte, Rempler oder eine Landung auf dem Fuss eines Gegenspielers. Gespielt wird auf Natur- oder Kunstrasen mit Stollen- oder Noppenschuhen.

Beim Tennis und Badminton trennt das Netz die Gegner. Die Verletzung entsteht deshalb fast immer ohne fremde Einwirkung, durch die eigene Bewegung: das Abbremsen, das Drehen, den Seitwärtsschritt. Entscheidend ist der Untergrund. Hartplätze und Hallenböden bieten viel Haftung, der Fuss stoppt abrupt. Auf Sandplätzen gleiten geübte Spielerinnen und Spieler dagegen kontrolliert in den Ball, was abrupte Stopps abmildern kann. Wer das Rutschen nicht gewohnt ist, kann allerdings gerade dort wegrutschen und umknicken.

Für Sie heisst das: Die Vorbeugung setzt beim Tennis und Badminton vor allem bei Schuhwahl, Bewegungstechnik sowie Kraft und Gleichgewicht an.

Was ist direkt nach dem Umknicken zu tun?

Hören Sie sofort auf zu spielen, auch wenn der Schmerz zunächst erträglich wirkt. Weiterspielen kann die Verletzung verschlimmern. Für die ersten Stunden hat sich die PECH-Regel bewährt:

  • Pause: Belastung sofort stoppen.
  • Eis: Kühlen kann die Schmerzen lindern. Legen Sie Eis oder Kühlpacks nie direkt auf die Haut, sondern in ein Tuch gewickelt. Kühlen Sie jeweils etwa 15 bis 20 Minuten, mit Pausen dazwischen.
  • Compression (Kompression): Eine elastische Binde kann die Schwellung begrenzen. Wickeln Sie nicht zu fest. Die Zehen sollten warm bleiben und weder kribbeln noch sich bläulich verfärben.
  • Hochlagern: Den Fuss möglichst über Herzhöhe lagern.

Verzichten Sie in den ersten Tagen auf Wärme wie heisse Bäder oder Sauna. Danach gilt bei leichten und mittleren Verstauchungen heute meist: lieber früh und dosiert bewegen, statt das Gelenk lange ruhigzustellen. Wie viel Belastung sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit einer Fachperson.

Die Heilungsdauer hängt vom Schweregrad ab. Leichte Verstauchungen klingen oft innerhalb weniger Tage bis Wochen ab, Bandrisse brauchen deutlich länger. Wichtig zu wissen: Bänder heilen langsamer, als der Schmerz verschwindet. Ein schmerzfreies Gelenk ist also noch nicht automatisch voll belastbar.

Welche Schuhe eignen sich für Tennis und Badminton?

Der Schuh beeinflusst, wie gut Ihr Fuss bei seitlichen Bewegungen geführt wird. Er verhindert das Umknicken nicht sicher, kann aber zur Stabilität beitragen.

Worauf sollten Sie beim Tennisschuh achten?

Ein guter Tennisschuh hat eine verstärkte Seitenwand, die den Fuss bei Seitwärtsbewegungen hält. Die Sohle sollte zum Belag passen. Für Sandplätze gibt es Sohlen mit feinem Fischgrätprofil, für Hartplätze robuste Allcourt-Sohlen und für Teppich in der Halle eher glatte Sohlen. Auf Hartplatz ist zudem eine gute Dämpfung wichtig.

Warum gehören beim Badminton Hallenschuhe an die Füsse?

Laufschuhe sind für Bewegungen nach vorne gebaut und haben oft eine hohe, weiche Sohle. Beim Seitwärtsschritt kann der Fuss darauf leichter wegkippen. Hallenschuhe haben eine flachere, griffige Gummisohle und stützen seitliche Bewegungen besser. Viele Hallen verlangen zudem Sohlen, die keine Streifen auf dem Boden hinterlassen.

Was gilt für beide Sportarten?

  • Passform: Der Schuh sollte fest sitzen, ohne zu drücken. Rutscht die Ferse oder bewegt sich der Fuss im Schuh, fehlt die Führung.
  • Abnutzung: Ist das Profil abgelaufen oder gibt die Seitenwand deutlich nach, ist ein neues Paar fällig.
  • Hoher Schaft: Ein höherer Schuh allein schützt nach heutigem Wissen nicht zuverlässig vor dem Umknicken. Wichtiger sind Passform und seitliche Führung.
  • Einlagen: Tragen Sie im Alltag Einlagen oder haben Sie eine Fussfehlstellung? Dann könnte eine spezielle Sporteinlage für Tennis und Badminton sinnvoll sein.
  • Socken: Gut sitzende Sportsocken ohne Falten können verhindern, dass der Fuss im Schuh verrutscht, und Blasen vorbeugen.
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Wann sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Nicht jedes Umknicken ist harmlos. Hinter einer vermeintlichen Verstauchung kann auch ein Bandriss oder ein Knochenbruch stecken. Lassen Sie Ihr Sprunggelenk ärztlich abklären, wenn:

  • Sie nach dem Unfall keine vier Schritte gehen können,
  • ein Knochen auf Druck schmerzt, etwa am Aussenknöchel oder an der Aussenkante des Fusses,
  • das Gelenk stark anschwillt oder sich ein grosser Bluterguss bildet,
  • Sie beim Umknicken ein Knacken gehört haben oder sich das Gelenk instabil anfühlt,
  • Taubheit oder Kribbeln im Fuss auftreten,
  • die Beschwerden nach einigen Tagen nicht deutlich besser werden,
  • Sie schon mehrfach am gleichen Fuss umgeknickt sind.

Ist der Fuss sichtbar verformt oder sind die Schmerzen sehr stark, gehen Sie direkt auf den Notfall. In weniger dringenden Fällen sind die Hausarztpraxis oder eine Permanence gute erste Anlaufstellen.

Eine Sportverletzung gilt in der Schweiz in der Regel als Unfall. Arbeiten Sie mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber, sind Sie meist über diesen gegen Freizeitunfälle versichert und melden den Unfall dort. Wer nicht angestellt ist, etwa Studierende oder Pensionierte, ist in der Regel über die Krankenkasse versichert. Im Zweifel klären Sie direkt bei Ihrer Versicherung ab, welche Leistungen übernommen werden.

Beispiel eines verstauchten Fusses

Wie gelingt die Rückkehr auf den Platz?

Nach einer Verstauchung möchten viele möglichst bald wieder spielen. Wer zu früh einsteigt, riskiert jedoch, erneut umzuknicken. Eine feste Frist gibt es nicht. Orientieren Sie sich besser an Etappen und gehen Sie erst zur nächsten über, wenn die vorherige ohne Schmerzen und ohne Unsicherheit gelingt:

  1. Alltag: Sie gehen normal und steigen Treppen, ohne zu hinken.
  2. Beweglichkeit und Kraft: Das verletzte Gelenk lässt sich etwa gleich weit bewegen wie das gesunde. Der Zehenspitzenstand auf einem Bein gelingt mehrmals hintereinander.
  3. Gleichgewicht: Sie stehen sicher auf dem verletzten Bein, auch mit geschlossenen Augen oder auf einem Kissen.
  4. Laufen und Springen: Zuerst lockeres Joggen geradeaus, dann Seitwärtsschritte, Richtungswechsel und kleine Sprünge auf einem Bein mit sauberer Landung.
  5. Training auf dem Platz: Einspielen, kurze Ballwechsel, kontrollierte Ausfallschritte. Steigern Sie Tempo und Dauer schrittweise.
  6. Wettkampf: Matches und Turniere bestreiten Sie erst, wenn auch intensives Training beschwerdefrei bleibt.

Treten zwischendurch Schmerzen oder Schwellungen auf, gehen Sie eine Etappe zurück. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann diesen Aufbau begleiten und die Übungen an Ihre Verletzung anpassen. In der ersten Zeit zurück auf dem Platz kann eine Bandage oder Orthese das Gelenk zusätzlich stabilisieren (mehr dazu weiter unten).

Tennisspieler mit einer Bandage

Wie können Sie dem Umknicken vorbeugen?

Ganz ausschliessen lässt sich das Umknicken nicht. Mit einigen Massnahmen können Sie das Risiko aber senken:

  • Aufwärmen: Fünf bis zehn Minuten Einlaufen, Fussgelenke kreisen lassen und einige Seitwärtsschritte bereiten Muskeln und Bänder auf die Belastung vor.
  • Gleichgewicht trainieren: Stehen Sie regelmässig auf einem Bein, etwa beim Zähneputzen oder auf einem Kissen. Solches Training kann vor allem nach einer früheren Verstauchung helfen, erneutes Umknicken zu vermeiden.
  • Muskeln kräftigen: Die Wadenmuskeln und die Muskeln an der Aussenseite des Unterschenkels stabilisieren das Gelenk aktiv. Zehenspitzenstand und Übungen mit einem elastischen Band eignen sich gut.
  • Passende Schuhe tragen: sportartgerecht, gut sitzend und nicht abgenutzt.
  • Erholung einplanen: Müde Muskeln reagieren langsamer. Das gilt besonders an Turniertagen mit mehreren Spielen.
  • Platz kontrollieren: Räumen Sie herumliegende Bälle aus dem Spielfeld und achten Sie auf rutschige, staubige oder feuchte Stellen.

Wann kann eine Bandage oder Orthese sinnvoll sein?

Bild einer Sprunggelenkbandage

Bandagen und Orthesen stützen das Sprunggelenk von aussen. Sie ersetzen weder die ärztliche Abklärung noch das Training, können beides aber sinnvoll ergänzen:

  • Nach einer stärkeren Bandverletzung: Hier verordnet die Ärztin oder der Arzt oft für einige Wochen eine stabilisierende Orthese.
  • Beim Wiedereinstieg: Kehren Sie nach einer Verstauchung auf den Platz zurück, kann eine Bandage das Gelenk zusätzlich stabilisieren und Ihnen mehr Sicherheit in der Bewegung geben.
  • Bei wiederholtem Umknicken: Wer öfter umknickt, kann von einer äusseren Stabilisierung profitieren. Lassen Sie die Ursache trotzdem fachlich abklären.

Grob lassen sich drei Bauarten unterscheiden:

Welche Variante passt, hängt von Ihrer Verletzung, Ihrem Spielniveau und Ihrem Tragekomfort ab. Die Bandage sollte gut sitzen, im Schuh Platz haben und Ihre Bewegung nicht unnötig einschränken. Die richtige Grösse ermitteln Sie meist über den Umfang am Knöchel oder Fuss, gemäss den Angaben des Herstellers.

Halt für das Sprunggelenk beim Sport

In unserer Kategorie finden Sie Bandagen und Orthesen, die Ihr Sprunggelenk beim Tennis, beim Badminton und im Alltag stützen und entlasten können.

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Fazit

Beim Tennis und Badminton knickt der Fuss vor allem bei schnellen Richtungswechseln, abrupten Stopps und Landungen um. Anders als beim Fussball passiert das fast immer ohne Gegnerkontakt, oft auf griffigem Hartplatz oder Hallenboden. Nach dem Umknicken helfen Pause, Kühlen, Kompression und Hochlagern. Können Sie kaum auftreten, schmerzt ein Knochen auf Druck oder fühlt sich das Gelenk instabil an, lassen Sie es ärztlich abklären.

Planen Sie die Rückkehr in Etappen und steigen Sie erst wieder voll ein, wenn Kraft, Gleichgewicht und sportspezifische Bewegungen beschwerdefrei gelingen. Passende Schuhe, regelmässiges Gleichgewichts- und Krafttraining und bei Bedarf eine stützende Bandage tragen dazu bei, dass Sie wieder sicher auf dem Platz stehen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.