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Sport

Hilfsmittel gegen kalte Hände und Füsse beim Schneeschuhlaufen

Schneewandern bei Kälte Tipps

Die Schneekristalle glitzern, jeder Schritt mit den Schneeschuhen knirscht leise und vor Ihnen öffnet sich eine stille Winterlandschaft. Eigentlich perfekt – wären da nicht die kalten Hände und Füsse, die Ihnen langsam die Freude am Schneeschuhlaufen verderben. Damit es gar nicht erst so weit kommt, braucht es die richtige Vorbereitung, passende Ausrüstung und ein paar clevere Tricks.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie beim Schneeschuhwandern kalte Hände und Füsse vorbeugen – vom Schichtprinzip bei der Kleidung über die Wahl der richtigen Socken bis hin zu Handwärmern und Wärmesohlen.

Warum Hände und Füsse beim Schneeschuhlaufen so schnell kalt werden

Beim Schneeschuhlaufen arbeitet Ihr Körper auf Hochtouren: Herz, Lunge und Beine leisten Schwerstarbeit, um Sie durch den Schnee zu tragen. Gleichzeitig versucht der Körper, die lebenswichtigen Organe warm zu halten – und reduziert bei Kälte dafür die Durchblutung von Händen und Füssen. Besonders wenn Sie stehen bleiben oder die Handschuhe und Socken nicht optimal gewählt sind, werden Finger und Zehen schnell zur „Kältezone“.

Hinzu kommt: Schneeschuhwandern findet meistens in Gebieten statt, in denen Schnee, Wind und wechselnde Temperaturen zusammenkommen. Nasse Socken, zu enge Schuhe, schlecht isolierende Handschuhe oder Baumwollkleidung, die Schweiss speichert, verstärken die Auskühlung zusätzlich.

Schneeschuhlaufen kalte Füsse

Kleidung & Layering: Die Basis für warme Hände und Füsse

Bevor wir zu speziellen Helfern wie Handwärmern und Wärmesohlen kommen, lohnt sich ein Blick auf das Gesamtbild: Ihre Hände und Füsse bleiben nur dann warm, wenn Ihr ganzer Körper gut temperiert ist. Das gelingt mit dem richtigen Schichtsystem.

Das Zwiebelprinzip am Oberkörper

  • Basisschicht: Funktionsunterwäsche, die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert (z. B. Merino oder synthetische Fasern).
  • Isolationsschicht: Fleece oder leichte Daune, die Wärme speichert.
  • Schutzschicht: Wind- und wasserdichte Jacke, die vor Schneefall, Wind und Nässe schützt.

Wenn der Oberkörper zu warm oder zu kalt wird, hat das direkten Einfluss auf die Durchblutung der Extremitäten. Passen Sie die Schichten deshalb regelmässig an – lieber kurz eine Lage öffnen oder ausziehen, bevor Sie komplett durchgeschwitzt sind.

Nicht zu eng – Bewegungsfreiheit für die Durchblutung

Zu enge Ärmelbündchen, Handschuhe oder Schuhbänder können die Blutzirkulation einschränken. Achten Sie darauf, dass nichts einschnürt. Gerade bei Schneeschuhen ist es verlockend, alles sehr fest zu ziehen – aber auch hier gilt: sicherer Halt ja, „Abschnüren“ nein.

Socken & Wärmesohlen: Das richtige Klima im Schuh

Die Wahl der richtigen Socken und Einlagen ist essenziell, um kalte Füsse zu vermeiden. Viele Schneeschuhwanderer greifen intuitiv zu dicken Baumwollsocken – ein häufiger Fehler.

Warum Baumwollsocken beim Schneeschuhlaufen problematisch sind

Baumwolle saugt Feuchtigkeit (Schweiss) auf und hält sie wie ein Schwamm fest. Das bedeutet:

  • Die Füsse fühlen sich schnell klamm an.
  • Feuchte Socken kühlen die Haut aus – besonders in Pausen oder bei Wind.
  • Die Gefahr von Blasen steigt, weil feuchtes Gewebe stärker an der Haut reibt.

Besser sind Socken aus Funktionsmaterialien oder Naturfasermischungen, die Feuchtigkeit vom Fuss wegtransportieren und gleichzeitig wärmen.

Thermosocken aus Merino & Seide – eine hochwertige Alternative

Thermosocken Schneeschuhwandern

Sehr gut geeignet sind Socken mit Merinowolle und Seide. Merino wirkt temperaturausgleichend, wärmend und ist von Natur aus geruchshemmend; Seide sorgt für ein angenehm weiches Tragegefühl.

Ein Beispiel dafür sind die Thermosocken mit Seide und Merino von Rohner. Sie kombinieren:

  • angenehm weiche Haptik, auch bei langen Touren,
  • gute Wärmeleistung ohne Überhitzen,
  • Feuchtigkeitsmanagement für ein trockenes Fussklima,
  • geringe Geruchsbildung, auch bei wiederholtem Tragen.

Wärmesohlen für zusätzliche Wärme & Polsterung

Wärmesohle  Schneeschuhlaufen

Wärmesohlen ergänzen gute Socken ideal. Sie können helfen, Auskühlung vorzubeugen und bieten gleichzeitig eine angenehme Polsterung für lange Schneeschuhwanderungen. Ob isolierende Einlegesohlen mit Wolloberfläche oder chemisch aktivierbare Sohlenwärmer – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Einen ausführlichen Überblick, welche Wärmesohlen sich besonders für Wanderschuhe eignen, finden Sie hier: Welche Wärmesohlen eignen sich für Wanderschuhe?

Eine grosse Auswahl an Wärmesohlen für Wander- und Schneeschuhe finden Sie zudem in der Wärmesohlen-Kollektion: Zu allen Wärmesohlen bei Insole.ch

Handschuhe & Handwärmer: Wärmende Helfer für die Finger

Beim Schneeschuhlaufen sind die Hände oft ungeschützt dem Wind ausgesetzt – etwa beim Fotografieren, beim Öffnen des Rucksacks oder bei kleinen Kletterpassagen. Gute Handschuhe sind die Basis, Handwärmer eine wertvolle Ergänzung.

Das richtige Handschuh-System

  • Innenhandschuh (Liner): dünner, atmungsaktiver Handschuh, der Feuchtigkeit von der Haut abführt.
  • Isolierender Handschuh: wärmender Zwischenhandschuh (z. B. Fleece).
  • Überhandschuh: wind- und wasserdichte Aussenlage, die vor Schnee und Wind schützt.

Je nach Temperatur können Sie Schichten hinzufügen oder wegnehmen. Auch ein dünner Linerhandschuh ist praktisch, wenn Sie kurz ohne dicke Handschuhe hantieren müssen – so bleiben die Finger trotzdem etwas geschützt.

Handwärmer: chemisch aktivierbar & Taschenöfen

Handwärmer sind kleine, mobile Wärmequellen, die Sie in Handschuhen oder Jackentaschen mitführen können. Sie unterstützen ein angenehmes Temperaturgefühl und sind besonders hilfreich, wenn Sie zu kalten Händen neigen.

Chemisch aktivierbare Handwärmer

Handwärmer zum Schneelaufen

Diese Handwärmer werden nach dem Öffnen der Verpackung durch Kontakt mit Sauerstoff aktiviert oder durch Knicken eines Metallplättchens in Gang gesetzt. Sie entwickeln über mehrere Stunden Wärme und sind je nach Modell Einwegprodukte oder wiederverwendbar (durch Erhitzen im Wasserbad regenerierbar). Ideal für:

  • längere Schneeschuhtouren bei Minusgraden,
  • Pausen an Aussichtspunkten,
  • Menschen, die generell schnell kalte Hände haben.

Taschenöfen mit Holzkohle

Holzkohle Taschenofen

Taschenöfen mit Holzkohlestäbchen werden angezündet, in ein passendes Gehäuse gelegt und strahlen über Stunden hinweg angenehme Wärme ab. Sie tragen den Taschenofen in einer Jackentasche – die abgegebene Wärme erwärmt den Oberkörper und indirekt auch Hände und Füsse.

Taschenöfen mit Benzin

Benzin-Taschenöfen arbeiten mit speziellem Brennstoff und einem Katalysator, der eine langanhaltende, gleichmässige Wärmeentwicklung ermöglicht. Sie sind besonders interessant für sehr lange, kalte Touren, etwa im Hochwinter oder bei mehrtägigen Schneeschuhwanderungen mit tiefen Temperaturen.

Verschiedene Handwärmer-Modelle, chemisch aktivierbare Wärmer und Taschenöfen finden Sie hier: Zur Übersicht: Handwärmer & Taschenöfen

Wind & Wetter: Schutz vor Auskühlung von aussen

Selbst bei moderaten Temperaturen kann Wind dafür sorgen, dass Hände und Füsse schneller kalt werden. Achten Sie darauf:

  • Winddichte Aussenlagen an Jacke, Hose und Handschuhen zu tragen.
  • Gamaschen zu nutzen, damit kein Schnee in die Schuhe gelangt.
  • Bei starkem Wind auf exponierten Graten Pausen zu verkürzen oder in windgeschützte Bereiche zu verlegen.

Gerade bei Schneeschuhtouren über offene Flächen oder Hochebenen ist Windchill (gefühlte Temperatur) ein wichtiger Faktor – je besser Sie sich vor Wind schützen, desto leichter bleiben Hände und Füsse warm.

Bewegung & Blutzirkulation: Wärme von innen

Die beste Kleidung nützt wenig, wenn Sie zu lange bewegungslos stehen. Schneeschuhlaufen ist zwar eine aktive Sportart, aber Pausen, Fotografieren oder Warten in der Gruppe gehören dazu.

Aktive Wärme für Hände

  • Bewegen Sie die Finger regelmässig – Faust ballen, wieder öffnen.
  • Arme kreisen oder schwingen, um das Blut in die Hände zu treiben.
  • Hände kurz unter die Achseln legen, wenn sie sehr kalt sind.

Aktive Wärme für Füsse

  • Kurz auf der Stelle laufen oder leicht hüpfen (wo es sicher ist),
  • Fussgelenke kreisen, Zehen im Schuh bewegen,
  • bei langen Pausen nicht still im Schnee stehen bleiben, sondern leicht in Bewegung bleiben.

Bewegung hält die Blutzirkulation aktiv und kann helfen, Auskühlung vorzubeugen – besonders in Kombination mit guter Kleidung und Wärmehilfen.

Pausen & Verpflegung: Richtig rasten ohne auszukühlen

Pausen beim Wandern im Schnee

Der schönste Aussichtspunkt bringt wenig, wenn Sie nach fünf Minuten zittern. Planen Sie Pausen bewusst:

  • Pausenort: möglichst windgeschützt, z. B. im Wald oder hinter einer Schneemauer.
  • Sitzunterlage: Isomatte oder Sitzkissen verwenden, statt direkt auf Schnee oder kaltem Fels zu sitzen.
  • Warme Getränke: Thermosflasche mit Tee oder Bouillon – das wärmt von innen.
  • Regelmässig essen: Energiereiche Snacks (Nüsse, Riegel) helfen dem Körper, Wärme zu produzieren.

Gerade bei längeren Schneeschuhwanderungen ist es besser, mehrere kurze Pausen zu machen, statt eine sehr lange Pause, in der Sie stark auskühlen.

Schweissmanagement & Trocknung von Schuhen und Einlagen

Wenn Kleidung, Socken und Einlagen durchnässen, kühlen Hände und Füsse in der nächsten Pause oder am Ende der Tour sehr schnell aus.

Tipps zum Schweissmanagement

  • Tempo anpassen: So gehen, dass Sie zwar warm, aber nicht komplett durchgeschwitzt sind.
  • Schichten regulieren: Jacke rechtzeitig öffnen oder eine Lage ausziehen, bevor Sie schwitzen.
  • Ersatzsocken mitnehmen: Bei langen Touren lohnt sich ein trockenes Paar Socken im Rucksack.

Schuhe & Einlagen richtig trocknen

Nach der Tour ist vor der Tour: Feuchte Schuhe und Einlagen sollten sorgfältig getrocknet werden, damit sie bei der nächsten Schneeschuhwanderung wieder angenehm warm halten.

  • Einlagen aus den Schuhen nehmen und getrennt trocknen lassen.
  • Schuhe nicht direkt an die Heizung oder auf den Ofen stellen (Material kann beschädigt werden).
  • Eventuell mit saugfähigem Papier ausstopfen, um Feuchtigkeit aufzusaugen.

Eine detaillierte Anleitung dazu finden Sie in diesem Beitrag: Schuhe richtig trocknen – wir geben Tipps.

Tipps für Gelegenheits-Schneeschuhwanderer vs. ambitionierte Tourengänger

Gelegenheits-Schneeschuhwanderer

  • Eine gute Kombination aus Funktionssocken und isolierenden Wärmesohlen reicht oft aus.
  • Chemische Handwärmer für besonders kalte Tage einpacken.
  • Kurze und mittlere Touren wählen, bei denen Sie problemlos abbrechen können, wenn Sie zu stark frieren.

Ambitionierte Tourengänger

  • Schichtsystem bei Handschuhen und Kleidung konsequent umsetzen.
  • Zusätzliche Handwärmer und eventuell Taschenöfen für sehr kalte, lange Touren einplanen.
  • Wärmesohlen und hochwertige Merino-/Seidensocken als Standard-Ausrüstung betrachten.
  • Bei mehrtägigen Touren: Ersatzsocken und – je nach Wärmesohlen-Typ – mehrere Paare mitführen.

Fazit

Kalte Hände und Füsse müssen beim Schneeschuhlaufen kein unvermeidbares Übel sein. Mit dem richtigen Schichtsystem, hochwertigen Socken aus Merino und Seide, clever eingesetzten Wärmesohlen und Handwärmern sowie einem bewussten Umgang mit Bewegung, Pausen und Schweissmanagement können Sie die Winterlandschaft deutlich entspannter geniessen.

Ob gemütliche Halbtagestour oder anspruchsvoller Höhenmetermarathon – warme, gut versorgte Hände und Füsse machen den Unterschied zwischen „durchhalten“ und „wirklich geniessen“.